Miles & More Überweisungsservice
Handwerkerrechnung per Kreditkarte überweisen und Meilen sammeln: Wann sich das wirklich lohnt
Die Rechnung vom Heizungsbauer liegt auf dem Tisch. 2.800 Euro, zahlbar per Überweisung, Kartenzahlung nimmt der Betrieb nicht. Und irgendwo im Hinterkopf die Frage: Könnte ich die nicht auch über meine Miles & More Kreditkarte laufen lassen und Meilen dafür bekommen?
Kannst Du. Die Frage ist nur, ob Du es solltest. Denn der Überweisungsservice der Miles & More Kreditkarte ist einer dieser Wege, die auf den ersten Blick wie ein Geschenk aussehen und auf den zweiten wie ein Geschäft. Mal ein gutes, mal ein schlechtes. Was den Unterschied macht, rechne ich Dir hier durch.
Wenn Du gerade erst einsteigst und wissen willst, wie ich überhaupt aus dem Alltag Meilen für Business Class sammle, lies zuerst meinen Grundlagenartikel: Business Class für den Preis eines Economy-Tickets. Dieser Beitrag hier ist die Vertiefung für einen ganz bestimmten Baustein.
So funktioniert der Überweisungsservice
Im Online-Kartenkonto und in der App der Miles & More Kreditkarte gibt es den Menüpunkt „Überweisen“. Darüber schickst Du eine normale SEPA-Überweisung an jedes beliebige Konto. Das Geld kommt dabei nicht von Deinem Girokonto, sondern geht von Deinem Kartenrahmen ab, genau wie ein Einkauf mit der Karte.
Für den Empfänger macht das keinen Unterschied. Der Handwerker, der Vermieter oder das Finanzamt sieht eine ganz gewöhnliche Überweisung mit Deinem Namen und dem Verwendungszweck, den Du eingibst.
Der Ablauf in Kurzform: Ins Kartenkonto oder die App einloggen, „Überweisen“ wählen, IBAN des Empfängers, Betrag und Verwendungszweck eintragen, am besten mit Rechnungsnummer. Dann gibst Du die Überweisung per BestSign frei, dem Zwei-Faktor-Verfahren der Karte. Fertig.
Die Konditionen im Überblick
Hier wird es interessant, denn die Zahlen ziehen in zwei Richtungen. Stand Oktober 2026 gilt:
Meilen: 1 Meile pro 1 Euro Überweisungsbetrag.
Entgelt: 2,5 Prozent des Überweisungsbetrags.
Obergrenze: maximal 20.000 Meilen pro Abrechnungszyklus. Was darüber hinausgeht, bringt keine Meilen mehr.
Rahmen: Die Überweisung geht von Deinem Verfügungsrahmen der Karte ab, nicht von Deinem Girokonto.
Freigabe: per BestSign, also mit Zwei-Faktor-Authentisierung in der App.
Die eine Richtung: 1 Meile pro Euro ist doppelt so viel wie beim normalen Bezahlen. Mit der Blue oder MyFlex bekommst Du im Supermarkt nur eine Meile für zwei Euro.
Die andere Richtung: Kartenzahlungen sind für Dich kostenlos, Überweisungen nicht. Bei 2,5 Prozent zahlst Du für 1.000 Euro Rechnung 25 Euro extra. Du bekommst also 1.000 Meilen für 25 Euro, rechnerisch kostet Dich jede Meile 2,5 Cent.
Beim Überweisungsservice sammelst Du keine Meilen. Du kaufst sie. Das ist der Satz, den Du Dir merken solltest, bevor Du irgendeine Rechnung darüber schickst.
Die entscheidende Rechnung: Was ist eine Meile wert?
Ob 2,5 Cent pro Meile ein guter Preis sind, hängt komplett davon ab, wofür Du sie später einlöst. Im Grundlagenartikel habe ich das ausführlich durchgerechnet, hier die Kurzfassung.
Sachprämie aus dem Prämienshop: meist unter einem halben Cent pro Meile. Bei 2,5 Cent Kaufpreis ein klarer Verlust.
Economy-Flug in Europa: ungefähr ein halber Cent pro Meile. Du hättest für jede Meile das Fünffache dessen bezahlt, was sie Dir bringt.
Business Class auf der Langstrecke: in meinem Rechenbeispiel Frankfurt nach New York knapp 3 Cent pro Meile. Damit landest Du knapp im Plus.
Selbst im besten Fall bleibt Dir also nur ein halber Cent pro Meile. Ein etwas niedrigerer Barpreis, ein höherer Meilenpreis an Deinem Wunschdatum, und der Vorteil ist weg. Seit Miles & More die Prämienpreise bei Lufthansa, Swiss und Austrian dynamisch berechnet, schwankt genau das ständig.
Drei Szenarien, ehrlich durchgerechnet
Szenario 1: Die Lücke vor dem Wunschflug
Du hast 94.000 Meilen auf dem Konto. Dein Hin- und Rückflug in Business nach New York kostet an Deinem Wunschtermin gerade 100.000 Meilen, und es sind noch Plätze frei. Gleichzeitig steht die Rechnung für die neue Badarmatur samt Einbau an, 6.000 Euro.
Überweist Du sie über die Karte, kostet Dich das 150 Euro Entgelt. Dafür buchst Du den Flug heute. Ohne den Service sammelst Du noch ein gutes halbes Jahr weiter, und bis dahin ist der Termin vielleicht ausgebucht oder der Meilenpreis gestiegen.
150 Euro für einen Flug, der bar mehrere tausend Euro kosten würde und den Du sonst verpasst: Hier ist der Überweisungsservice richtig stark.
Szenario 2: Die Miete jeden Monat über die Karte
Klingt verlockend. 1.000 Euro Miete im Monat bringen 12.000 Meilen im Jahr. Dafür zahlst Du aber auch 300 Euro Entgelt, jedes Jahr.
Löst Du diese Meilen später perfekt in Business ein, sind sie gut 350 Euro wert. Bleiben Dir rund 50 Euro im Jahr, wenn alles klappt. Landen sie dagegen in einem Europa-Flug, hast Du für 300 Euro etwa 60 Euro Gegenwert bekommen. Das Risiko trägst Du komplett, und die Meilen liegen jahrelang herum, bevor Du weißt, wofür Du sie nutzt.
Mein Urteil: Als Dauerlösung lohnt sich das nicht.
Szenario 3: Die große Rechnung ohne konkretes Ziel
Die Badsanierung kostet 15.000 Euro. Über den Überweisungsservice wären das 15.000 Meilen, auf einen Schlag. Kosten: 375 Euro.
Ob sich das rechnet, hängt allein an der Frage, ob Du schon weißt, wofür. Wenn Du ohnehin auf einen Business-Flug sparst und die 15.000 Meilen Dich ein ganzes Jahr nach vorne bringen, kann es aufgehen. Wenn Du einfach „mal Meilen haben“ willst, verbrennst Du 375 Euro. Prüf hier außerdem vorher Deinen Verfügungsrahmen, viele Kartenlimits liegen deutlich unter so einem Betrag.
Je konkreter Dein Ziel, desto besser der Deal. Ohne Ziel ist der Überweisungsservice nur eine teure Art, Dich reich an Meilen zu fühlen.
Bevor Du überweist: meine Checkliste
Ich gehe vor jeder Nutzung im Kopf vier Punkte durch.
Die Rechnung muss ohnehin fällig sein. Nie etwas bezahlen oder vorziehen, nur weil es Meilen gibt. Dann ist die Rechnung sofort gekippt.
Das Ziel steht fest. Ich weiß, für welchen Flug die Meilen sind, und habe die Verfügbarkeit geprüft.
Der Rahmen reicht. Die Überweisung geht vom Verfügungsrahmen ab. Ist der durch andere Umsätze schon halb ausgeschöpft, scheitert die Überweisung oder blockiert Dir die Karte für den Rest des Monats.
Die Abrechnung wird komplett ausgeglichen. Wenn Du bei Deiner Karte eine Teilzahlung aktiviert hast, fallen auf den offenen Betrag Zinsen an. Die fressen jeden Meilenvorteil in kürzester Zeit auf.
Was nicht (mehr) funktioniert
Der Revolut-Umweg
Diesen Tipp findest Du in vielen Ratgebern bis heute: Lade ein kostenloses Revolut-Konto mit Deiner Miles & More Kreditkarte auf, kassiere dafür die normalen Kartenmeilen und überweise von Revolut aus gebührenfrei an den Handwerker. So hättest Du Meilen ohne die 2,5 Prozent.
Das hat jahrelang funktioniert. Seit März 2024 gibt es für Aufladungen bei Revolut, Wise und ähnlichen Zahlungsdienstleistern aber keine Meilen mehr. Die Aufladung selbst klappt weiterhin, nur die Gutschrift bleibt aus. Wenn Du den Trick irgendwo liest, schau aufs Veröffentlichungsdatum.
Die Guthabenauszahlung
Die Karte hat neben dem Überweisungsservice auch eine Funktion, mit der Du Guthaben von der Karte wieder auf Dein Girokonto zurückholst. Dafür gibt es keine Meilen. Wer hier verwechselt, zahlt im schlimmsten Fall Entgelte und bekommt nichts dafür.
Geld im Kreis schicken
Von der Karte aufs eigene Girokonto überweisen, die Kartenabrechnung damit ausgleichen, wiederholen. Ich rate Dir davon ab. Jede Runde kostet Dich 2,5 Prozent, und Banken sehen solche Muster nicht gern. Im Zweifel riskierst Du damit die Karte und damit auch den Meilenschutz, den Du für langfristiges Sammeln brauchst.
Welche Karte Du dafür brauchst
Den Überweisungsservice gibt es bei den Miles & More Kreditkarten, die seit Oktober 2025 von der Deutschen Bank herausgegeben werden. Für mich ist die Blue die sinnvollste Basis: Sie kostet 66 Euro im Jahr und schützt Deine Prämienmeilen vor dem Verfall, solange Du sie hast. Wer über Jahre auf einen Business-Flug spart und am Ende mit dem Überweisungsservice die letzte Lücke schließt, braucht genau diese Kombination.
Ich habe die Blue selbst. Wenn Du sie beantragen möchtest, kannst Du meinen Empfehlungslink für die Miles & More Kreditkarte* nutzen. Du bekommst den regulären Willkommensbonus, ich eine Werbeprämie in Meilen. Teurer wird die Karte für Dich dadurch nicht.
Mein Fazit
Der Überweisungsservice ist kein Sammelweg, sondern ein Werkzeug für den Endspurt. Als Dauerlösung für Miete oder jede Rechnung kostet er mehr, als er bringt. Für die letzten paar tausend Meilen vor einem konkreten Business-Flug ist er dagegen das Beste, was die Karte zu bieten hat, weil er Dir Zeit kauft.
Die Heizungsrechnung vom Anfang würde ich übrigens nur dann über die Karte schicken, wenn mir für einen gebuchten Wunschtermin genau diese Meilen fehlen. Sonst geht sie ganz normal vom Girokonto raus.
Wie Du die restlichen 90 Prozent Deiner Meilen ohne Extrakosten zusammenbekommst, mit Shopping-Portal, Payback und Kartenumsatz, steht im Grundlagenartikel zu Business Class mit Meilen.
Häufige Fragen zum Miles & More Überweisungsservice
Kann ich mit der Miles & More Kreditkarte Geld überweisen?
Ja. Im Online-Kartenkonto und in der App findest Du den Punkt „Überweisen“. Darüber schickst Du SEPA-Überweisungen an beliebige Konten, zum Beispiel für Handwerkerrechnungen, Nebenkosten oder Steuernachzahlungen. Die Freigabe läuft per BestSign.
Wie viele Meilen bekomme ich für eine Überweisung?
1 Meile pro Euro Überweisungsbetrag, maximal 20.000 Meilen pro Abrechnungszyklus.
Was kostet der Überweisungsservice?
2,5 Prozent des Überweisungsbetrags. Bei einer Rechnung über 1.000 Euro sind das 25 Euro, Du zahlst also 2,5 Cent pro Meile.
Lohnt sich der Überweisungsservice?
Nur wenn Du die Meilen hochwertig einlöst, also für Business oder First auf der Langstrecke, und am besten nur dann, wenn Dir für einen konkreten Flug noch ein kleiner Betrag fehlt. Für Economy-Flüge oder Sachprämien zahlst Du drauf.
Bekomme ich Meilen, wenn ich Revolut mit der Miles & More Karte auflade?
Nein, seit März 2024 nicht mehr. Aufladungen bei Revolut, Wise und ähnlichen Diensten sind von der Meilengutschrift ausgeschlossen.
Kann ich die Miete über die Miles & More Kreditkarte bezahlen?
Technisch ja, über den Überweisungsservice. Bei 1.000 Euro Miete zahlst Du aber jeden Monat 25 Euro Entgelt, im Jahr 300 Euro. Als Dauerlösung lohnt sich das für die meisten nicht.
* Empfehlungslink: Wenn Du die Miles & More Kreditkarte über diesen Link beantragst, erhalte ich eine Werbeprämie in Form von Meilen. Für Dich entstehen dadurch keine Mehrkosten. Alle Angaben zu Konditionen, Entgelten, Meilenwerten und Aktionen haben den Stand Oktober 2026 und können sich jederzeit ändern. Dieser Artikel ist keine Finanz- oder Anlageberatung.