Advent & Selbermachen
Adventskalender Ideen DIY: So wird Dein selbstgemachter Kalender wirklich fertig
Jedes Jahr dasselbe Spiel. Im Oktober nimmst Du Dir vor, diesmal einen richtig schönen Adventskalender selbst zu machen. Am 29. November stehst Du dann mit 24 Papiertüten, einem halb leeren Stempelkissen und keiner Idee für die Füllung im Wohnzimmer.
Ich habe das ein paar Mal hinter mir. Deshalb bekommst Du hier keine Pinterest-Fantasie mit handgenähten Filzsäckchen, für die man drei Wochenenden braucht. Sondern Ideen, die sich an einem Nachmittag basteln lassen, plus eine Füllung, die nicht nach Ein-Euro-Ramsch aussieht.
Der Zeitplan, an dem die meisten scheitern
Das Basteln ist selten das Problem. Die Füllung ist es. 24 Kleinigkeiten zusammenzubekommen dauert länger, als man denkt, vor allem wenn Du nicht einfach Süßkram kaufen willst.
So würde ich es angehen, wenn Du jetzt startest:
-
Bis Anfang November: Entscheiden, für wen der Kalender ist und welche Hülle Du baust. Material bestellen.
-
Bis Mitte November: Füllung sammeln. Liste anlegen, 24 Zeilen, abhaken.
-
Letztes Novemberwochenende: Befüllen, nummerieren, aufhängen.
Klingt banal. Ist aber der Unterschied zwischen „schön“ und „irgendwie zusammengeschustert am Vorabend“.
Fang mit der Füllung an, nicht mit der Hülle. Die Hülle ist in zwei Stunden fertig, die Füllung nicht.
[BILD: Selbstgemachter Adventskalender aus braunen Papiertüten an einer Leine]
Ideen für die Hülle: vom 10-Minuten-Kalender bis zum Hingucker
Papiertüten an einer Leine
Der Klassiker, und das zu Recht. Braune Papiertüten*, eine Schnur, 24 Holzklammern. Die Zahlen kannst Du mit einem Zahlenstempel-Set aus Holz* drucken oder, wenn es schneller gehen soll, mit runden Zahlenaufklebern im Retro-Look* bekleben. Wer es schicker mag, schneidet den oberen Rand mit einer Zackenschere ab. Fertig in einer Stunde, auch wenn Du sonst nie bastelst.
Noch schneller geht es mit fertig nummerierten Tüten zum Befüllen*. Ist dann nicht mehr ganz DIY, aber wenn die Zeit knapp ist, spart das den kompletten Bastelabend. Du kümmerst Dich nur noch um die Füllung.
Streichholzschachteln als Mini-Kommode
Große Streichholzschachteln, mit Papier beklebt und zu einem Block zusammengeleimt. Sieht aus wie ein kleiner Apothekerschrank. Der Haken: Es passt wirklich nur Kleines rein. Ein Teebeutel, ein Ring, ein zusammengerollter Zettel. Für Kinder mit großen Erwartungen eher nichts.
Klopapierrollen
Ja, wirklich. Die Enden einknicken, mit Geschenkpapier umwickeln, in eine flache Kiste stellen. Kostet nichts, außer dass Du ab sofort jede Rolle sammeln musst. Mit 24 Stück brauchst Du je nach Haushalt ein paar Wochen Vorlauf, also lieber gleich anfangen.
Gläser auf einem Tablett
Kleine Schraubgläser oder gesammelte Marmeladengläser, Deckel mit Zahlen beklebt. Funktioniert besonders gut, wenn Du Selbstgemachtes verschenkst. Dazu gleich mehr. Nachteil: Gläser brauchen Platz, ein Tablett mit 24 Stück wird schnell ein halber Tisch.
Ein Ast mit Säckchen
Einen schönen Zweig aus dem Wald, waagerecht an die Wand gehängt, dran 24 Stoffsäckchen oder kleine Tüten. Das ist der Kalender, den Leute fotografieren. Die Säckchen kannst Du jedes Jahr wiederverwenden, was die Ausgabe beim ersten Mal rechtfertigt.
Eine Holzkiste, die bleibt
Wenn Du einmal etwas mehr ausgeben willst und dafür nie wieder basteln musst: eine Holzkiste mit 24 Fächern, auf der der Name der Person steht. Eine personalisierte Adventskiste aus Holz* wird so zum Familienstück, das jedes Jahr wieder aus dem Keller geholt wird. Gerade bei Kindern ist das schön, weil der Kalender mit ihnen groß wird. Und Du sparst Dir ab dem zweiten Jahr das komplette Basteln.
Schuhkarton mit Fächern
Für alle, die keine Lust auf Aufhängen haben. Ein Schuhkarton, innen mit Pappstreifen in Fächer unterteilt, jedes Fach mit einem Zettel abgedeckt, den man aufreißt. Etwas fummelig, dafür kompakt und stapelbar.
Was reinkommt: Füllung, die nicht nach Ramsch aussieht
Rechne einmal kurz mit. Wenn Du pro Tür durchschnittlich drei Euro ausgibst, bist Du bei 72 Euro. Fünf Euro pro Tür sind schon 120 Euro. Das überrascht viele, und genau deshalb landen am Ende Radiergummis und Mini-Schokolade im Kalender.
Der Trick ist eine Mischung aus drei Sorten Türchen: etwas Gekauftes, etwas Selbstgemachtes und etwas, das gar nichts kostet.
Selbstgemachtes, das gut ankommt
Eine Keksteig-Mischung im Glas ist der Klassiker, und zwar zu Recht. Mehl, Zucker, Schokostückchen und Nüsse schichtweise in ein großes Einmachglas mit Schraubdeckel* füllen, Rezeptzettel mit Schleife dran. Die Gläser mit 720 ml haben genau die richtige Größe für eine Portion Kekse, und was übrig bleibt, nimmst Du für den nächsten Vorrat.
Badesalz geht genauso schnell. Grobes Totes-Meer-Salz im 5-kg-Eimer* reicht für den kompletten Kalender und noch für etliche Mitbringsel danach. Ein paar Tropfen Duftöl und getrocknete Blüten dazu, in kleine Tütchen abfüllen, fertig.
Wer es ein bisschen aufwendiger mag, gießt Kerzen. Mit einem Kerzen-Set mit Sojawachs und Wachsschmelzer* hast Du alles zusammen und musst nicht einzeln Dochte, Wachs und Duft zusammensuchen. Kleine Kerzen in Gläsern sind ein schönes Türchen für einen Adventssonntag.
Weitere Ideen, die mit wenig Aufwand funktionieren:
-
Gewürzsalz, zum Beispiel mit Rosmarin und Zitronenschale
-
Gebrannte Mandeln in kleinen Tütchen
-
Kakaomischung mit Mini-Marshmallows
Das Schöne daran: Du machst eine Portion und hast gleich mehrere Türchen gefüllt. Badesalz für drei Tage, Kekse für zwei. Niemand beschwert sich über die zweite Tüte gebrannte Mandeln.
Türchen, die nichts kosten
Gutscheine sind kein Notbehelf, wenn sie konkret sind. „Ein Abend ohne Abwasch“ funktioniert. „Ein Gutschein für was Schönes“ nicht. Ein paar Ideen:
-
Frühstück ans Bett am Sonntag
-
Ein Filmabend, Du darfst aussuchen
-
Gemeinsam Plätzchen backen
-
Ein handgeschriebener Brief
-
Ein Spaziergang zum Weihnachtsmarkt mit Glühwein auf mich
Bei Kindern klappen auch kleine Aufgaben: heute Abend die Lichterkette anmachen, ein Bild für Oma malen, eine Taschenlampen-Wanderung durch den Garten.
Gekauftes, aber mit Plan
Statt 24 Kleinigkeiten lieber drei, vier echte Highlights kaufen und auf besondere Tage legen: den 6. Dezember, die Adventssonntage, den 24. Der Rest darf klein sein, wenn die Highlights stimmen.
Für den 24. eignet sich etwas Persönliches besonders gut. Ein Schlüsselanhänger mit Gravur zum Beispiel, auf dem ein Name, ein Datum oder ein Insider steht, den nur Ihr versteht. Das ist das Türchen, an das man sich im Januar noch erinnert, weil man es jeden Tag in der Hand hat. Plan dafür etwas Vorlauf ein, gravierte Sachen haben im Dezember gern längere Lieferzeiten.
Anzeige*
24 mittelmäßige Türchen sind langweiliger als 20 kleine und 4 richtig gute.
Fehler, die ich Dir ersparen will
Zahlen erst beim Befüllen draufschreiben. Dann merkst Du am Ende, dass Nummer 17 nicht in die Tüte passt, weil Du das Glas für die 4 eingeplant hattest. Erst die Füllung auf 24 Plätze verteilen, dann beschriften.
Schokolade neben die Heizung hängen. Passiert öfter, als man zugeben möchte.
Alles gleich groß machen. Ein Kalender wirkt lebendiger, wenn mal eine dicke Tüte und mal ein schmales Röllchen dabei ist. Gerade bei Kindern sorgt das für Spannung.
Und der Klassiker: zu spät anfangen. Wenn Du das hier im Oktober oder Anfang November liest, bist Du gut dran. Ab Ende November wird es eng, besonders wenn Du Material oder etwas Graviertes online bestellen musst. Falls Du doch auf den letzten Drücker bist: Mit Amazon Prime* sind Tüten, Zahlenaufkleber und Gläser oft schon am nächsten Tag da. Prime kannst Du kostenlos testen und rechtzeitig wieder kündigen, wenn Du es nur für die Adventszeit brauchst.
Häufige Fragen zum DIY-Adventskalender
Wie viel kostet ein selbstgemachter Adventskalender?
Die Hülle kostet meist zwischen null und 20 Euro, je nachdem, ob Du Klorollen sammelst oder Tüten und Stempel kaufst. Eine personalisierte Holzkiste liegt darüber, hält dafür aber jahrelang. Die Füllung ist der eigentliche Posten. Mit einer Mischung aus Selbstgemachtem und Gutscheinen kommst Du gut mit 30 bis 50 Euro aus.
Wann sollte ich anfangen?
Spätestens Anfang November. Dann bleibt Zeit, die Füllung in Ruhe zu sammeln, ohne am letzten Wochenende durch drei Läden zu hetzen.
Welcher DIY-Kalender geht am schnellsten?
Papiertüten an einer Leine. Mit Zahlenaufklebern statt Stempel bist Du in einer Stunde fertig.
Wie mache ich einen Adventskalender nachhaltig?
Wiederverwendbare Hülle aus Stoff, Holz oder Gläsern, Füllung aus Selbstgemachtem und Gutscheinen für gemeinsame Zeit. Damit fällt kaum Müll an und Du nutzt die Hülle jedes Jahr wieder.
Kann ich einen DIY-Kalender für Erwachsene machen?
Unbedingt. Erwachsene freuen sich oft mehr über Gutscheine und Selbstgemachtes als Kinder. Wenn Du einen Kalender für Deinen Partner planst, schau Dir auch meine Adventskalender-Ideen für Männer an.
Über mich: Ich bin Kristin, schreibe hier über die schönen und praktischen Seiten des Alltags und bastle jedes Jahr wieder einen Adventskalender, obwohl ich mir im Oktober schwöre, diesmal früher anzufangen.
* Mit Sternchen markierte Links und als Anzeige gekennzeichnete Banner sind Affiliate-Links. Wenn Du darüber kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Für Dich ändert sich am Preis nichts. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.